Nick Apostolides, es ist grossartig mit Ihnen über die Anime Serie sprechen zu können… Danke, es ist toll und wir freuen uns sehr. Wir bereiten uns auf den Start der Serie vor. Wir freuen uns unglaublich die Serie mit der ganzen Welt teilen zu können.
So ist es und der Start ist nicht mehr weit weg, oder? Etwa eine Woche und dann geht’s los.
Es ist eine Weile her seit der letzten Anime Serie… Stimmt, wir drehten im Jahr…ich glaube, es war das Jahr 2019. Genau, im Jahr 2019 drehten wir in Japan. Wir haben ebenso lange gewartet, gute zweieinhalb Jahre (schmunzelt).
Wussten Sie bei der Vertonung vom Videospiel RESIDENT EVIL 2 bereits von dieser Serie oder erfuhren Sie erst später davon? Nein, das wusste ich nicht. Ich habe es etwa vier Monate vor der Veröffentlichung von RESIDENT EVIL 2 herausgefunden, dass sie dieses Projekt machen wollen. Es war definitiv eine Überraschung, denn ich hatte absolut keine Ahnung.
Eine tolle Überraschung hoffentlich, oder? Oh ja (lacht). An einem Videospiel-Franchise zu arbeiten und das sogar in Japan. Das ist überwältigend. Mit Capcom zusammenzuarbeiten ist unglaublich. Sie sind meine Lieblingsentwickler seit 30 Jahren. Nun mit ihnen in ihrem Heimatland zusammenzuarbeiten ist etwas sehr Besonderes für mich.
Für Ihr Charakter Leon klappte beim letzten Mal nicht alles auf Anhieb. Was lief bei Ihrem allerersten Vertonungstag schief? Was schief lief? Mein erster Vertonungstag war ebenfalls mein erster Tag des Motion Caputre-Drehs. Wir nahmen also zur selben Zeit auch auf. Mein allererster Tag damals bei RESIDENT EVIL 2 war sogar mein erster Job im Vertonen von Videospielen überhaupt gewesen. Ich fand es etwas anders als meine übliche Filmarbeiten. Man trägt so viel Technik und Geräte an sich, dass man sich ein wenig, wie ein Cyborg fühlt. Es war enorm viel Ablenkung. Dies war ich mir definitiv nicht gewohnt. Ich erinnere mich noch, dass mir der Regisseur sagte, ich solle möglichst sofort vergessen, dass ich all diese Dinge trage. Ich bin mir Actionfilme mit tollen Kostümen und Requisiten wie Pistolen gewohnt. Das war jedoch dort nicht der Fall (lacht). Ich fühlte mich als trüge ich Pyjamas oder dergleichen (lacht). Ich musste mich schlichtweg nur daran gewöhnen. Danach fielen wir in einen gewissen Rhythmus und drehten für etwa zweieinhalb Jahre. Was schief lief, war deshalb einfach meine Erwartungshaltung.
Leon hat sich seit dem letzten Mal enorm weiterentwickelt und neues gelernt. Was war Ihre grösste Entwicklung bisher aus Ihrer Sicht? Seit 2016, als ich das erste Mal in Berührung kam mit Motion Caputre lernte ich enorm viel und habe mich weitergebildet und viel trainiert. Ich habe mich selbst körperlich mehr gepusht und trainierte mehr in der Vertonung. So dass ich ein besserer Performer werde. Hmm, was sonst noch? Im Bezug auf den Charakter Leon wollte ich sehr viel bereits in RESIDENT EVIL 2 machen, doch damals war es noch nicht passend für den Charakter. Leon war noch ein Anfänger-Polizist. Ich wollte für mich eine Art Cowboy und knallharten Polizisten machen, musste dies allerdings ziemlich dämpfen, da er damals einfach noch zu jung und naiv war (schmunzelt). Mit INFINITE DARKNESS konnte ich nun diesen Cowboy-Style mehr hervorholen. Die Haltung einfach ein bisschen verändern. Er weiss nun, dass die Welt nicht nur aus Sonne und Regenbogen besteht (lacht). Darüber freute ich mich.
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