Riverdale - Staffel 5 (Streaming)

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Mystery

Interview Chris Mason

Interview: Carmine Carpenito

Chris Mason: «Es ist wie eine neue Show»

Er ist der Neuzugang und gibt in Staffel 5 Veronicas eifersüchtiger Ehemann Chad: Chris Mason. Wir sprechen mit ihm über seine Co-Stars, Zeitsprünge und Zukunftsträume.

Chris Mason, was halten Sie von der letzten Episode von RIVERDALE? Also die letzte im Sinne von meiner letzten abgedrehten Episode oder von der letzten Episode, die kürzlich erschienen ist.

Von der letzten Episode, die erschienen ist. Ich schaue immer nach Chad. Zusehen, dass Veronica sich immer weiter von Chad entfernt ist für Chad Freunde schwer zu sehen.

Der Zeitsprung in RIVERDALE öffnet ganz viele neue Türen und Möglichkeiten. Was halten Sie von diesem Zeitsprung? Ich finde es toll. Die Jungs am Set sind alles inzwischen Charakterprofis, da sie seit gut fünf Jahren ihre Rollen spielen. Deshalb waren sie alle begeistert über den Zeitsprung. Es ist für alle sehr erfrischend. Für mich ist es toll dorthin zukommen, denn alle haben etwas Neues, worüber sie nachdenken müssen. Niemand fühlt sich, als würde er etwas veraltetes machen, sondern es ist alles neu. In gewisser Weise ist es wie eine neue Show. Für mich war es also grossartig dorthin zukommen und mit glücklichen Menschen zu arbeiten.

Wenn man jung ist, hat man Visionen wie das Leben verlaufen wird. Wenn Sie selbst zurückschauen, entspricht ihr heutiges Leben Ihrer Vision von vor einigen Jahren? Ich hatte nie eine endgültige Vision. Bei der Karriere hätte ich wahrscheinlich einiges aufgezählt. Die Schauspielerei lehrt einem vieles, beispielsweise wie mit Zurückweisung umzugehen, davon gibt es viel. Das man sich nicht zu sicher sein soll, solange etwas nicht definitiv ist. Auf meine Karriere bezogen hatte ich früher vermutlich gewissen Dinge anderes im Kopf, doch ich bin zufrieden mit meiner bisherigen Arbeit. Ich würde nichts ändern, wenn ich zurückschaue. Ansonsten wollte ich eigentlich immer nur verheiratet sein und ein Kind haben, bevor ich 30 Jahre alt bin. Das bin und habe ich, deshalb kann ich etwas von meiner imaginären To-Do-Liste streichen (schmunzelt). Vermutlich hätte ich damals nicht geglaubt in Amerika zu leben und ein halb amerikanisches Kind grosszuziehen. Es war ein interessanter Weg bis dahin. Ich habe sogar noch Freunde aus meiner High-School-Zeit in England. Wenn wir uns mal treffen, dann tauschen wir uns aus und schauen, wie unsere Leben verlaufen.

Treffen Sie sich traditionell mit Ihrer Clique oder sind es einfach ein paar wenige Freunde? Ah nein, wir sind vielleicht zu fünft oder sechst, wenn wir uns treffen. Es ist eine angenehme Grösse. Viele von uns waren in der High-School selbst nicht wirklich befreundet. Erst als wir älter wurden, wurde uns klar, dass wir unsere Zeit als Freunde verbringen wollen.

Die Zeit zwischen 14 und 18 ist ewig, zumindest denkt man das in dieser Zeit und in den 20ger Jahren sind vier Jahre verhältnismässig fast nichts… Das stimmt und es sind so schnelle Jahre. Alles rundherum verändert sich, der Körper und auch Freunde verändern sich. Die Pubertät geschieht und das ist ein grosser Teil (schmunzelt). Viele geben dieser Zeit enorm Gewicht. Für mich passt die Aussage «Es ist ein Marathon, kein Sprint» viel besser dazu. Ich versuche überall, wo ich kann, danach zu leben. Denn es gibt ja keine Eile irgendwohin zu kommen. Es ist schliesslich noch ein langer Weg.

Jughead ist der Einzige, der nach einem Jahr auftaucht. Was denken Sie, weshalb lässt uns Zeit und Entfernung Versprechen und Abmachungen vergessen? Gerade bei einer Kleinstadt wie in Riverdale dargestellt, geschieht es oft, dass man erst in der grossen weiten Welt merkt, was man alles erleben oder machen möchte. Ich spreche dabei aus eigener Erfahrung. Sobald ich aus Liverpool weg war und ich liebe Liverpool, dort bin ich aufgewachsen, war alles anders. Als ich in London zum ersten Mal die Theaterszene kennen lernte, war ich einfach nur fasziniert. Dann kam ich nach Los Angeles. Es ist einfach eine grosse weite Welt. Wenn man älter wird und herausfindet, was man will, dann beginnt man Menschen und Orte zu finden, die diesen Idealen ähneln. Das ist etwas, wo ich denke, dass wir uns alle hinbewegen.

Die Clique wird im Diner Pop’s sofort wieder nostalgisch, auch wenn sie viel gereist waren. Haben Sie ebenfalls einen solchen Ort, wo Sie nostalgisch werden? Die ganze Stadt Liverpool, wenn ich ehrlich bin. Ich liebe es nach Hause zu gehen. Die Hauptplätze wären vermutlich Goodison Park, das ist ein Fussballstadium. Dort spielt meine Lieblingsmannschaft Everton. Ich bin in meinen jungen Jahren so oft dorthin, zuerst mit meinem Vater, danach mit meinen Freunden. Deshalb freut es mich sehr, wenn ich dorthin kann, wenn ich auf Besuch bin. Es gibt dieses Restaurant Casa Italia, wo ich, seit ich dreizehn bin, immer wieder essen gehe. Es ist hausgemachtes italienisches Essen. Dort werde ich immer wieder hingehen, wenn ich zu Besuch bin. Ein weiterer Ort wäre das Everyman Theater, bei welchem ich las Jugendlicher Mitglied im Jugendensemble war. Es liegt an der Hope Strasse und wenn ich dort entlanglaufe, werde ich augenblicklich nostalgisch. Es erinnert mich an die Zeit, wo ich mit dem Schauspielern begann. Das wären vermutlich meine drei Hauptorte.

Haben Sie auch schon einmal an etwas geglaubt, obwohl niemand anderes es getan hat, ähnlich wie die Clique in Riverdale? Wow, das ist eine grosse Frage. Es gab sicherlich schon einige Zeiten, wo ich an etwas glaubte, obwohl ich damit am Ende falsch lag. Das sind die grössten Lernkurven im Leben, wir alle machen Fehler. Viele meiner Fehler begannen daher damit, dass ich an etwas glaubte und dann feststellte, dass ich falsch liege. So lernt man seine Lektionen. Möglicherweise glaubte ich manchmal an mich selbst, wenn andere es nicht taten in Bezug auf meine Karriere. Es ist eine ehrgeizige und umkämpfte Industrie. Als ich noch jünger war und direkt aus Liverpool kam, wurde ich vielleicht in einer gewissen Weise betrachtet. Ich dachte für mich dann, dass ich mehr tun kann. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch und denke stets, dass ich mehr kann. Ich hoffe, dass ich dies auch in Zukunft zeigen kann. Riverdale ist eine gute Plattform und Chad macht Spass. An sich selbst glauben, wenn es so viel Zurückweisung kommt, gibt Kraft und Sicherheit in Bezug auf die eigenen Instinkte.

Viele geben ihren Traum auf, weil sie den Stimmen der Zurückweisung mehr glauben… Verstehen Sie mich nicht falsch, es braucht lange bis man dies lernt. Gerade in unserem Bsuiness ist es schwer. Man kann 100 Audition haben und 100 Nein erhalten, dann kommt dieser eine Job. In dieser Industrie und den Zurückweisungen muss man fast ein wenig blindes Vertrauen haben, dass es irgendwann klappt. Mit meinen ersten zehn Absagen konnte ich fast nicht umgehen. Es ist schwer. Doch irgendwann realisiert man wie es funktioniert und man macht einfach weiter. Irgendwann gibt es dann eine Zusage und danach wieder viele Absagen. Mit jeder Absage wird es einfacher, weil man weiss, eine weitere Zusage wird kommen. Es benötigt einfach viel Zeit, dass alles zu lernen. Es ist schwer sich daran zu gewöhnen.

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