Artemis Fowl

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Fantasy

Interview: Mathilde Bernard

Kenneth Branagh: «Viele meiner Filme drehen sich um diese Vater-Sohn-Beziehung»

In der Romanverfilmung ARTEMIS FOWL sass Kenneth Branagh auf dem Regiestuhl. Wir sprechen mit ihm via Video call über sein neustes Werk, der Arbeit mit Kindern und Vater-Sohn-Beziehungen.

Zurzeit muss man sich an diese Virtualität mit den Video-Calls gewöhnen und es gibt dabei sowohl Vorteile als auch Nachteile. Wie gehen Sie damit um? Es ist tatsächlich noch etwas gewöhnungsbedürftig und wie sie sagen, es hat Vor- und Nachteile. Ich versuche mich noch daran zu gewöhnen, wie wir im Allgemeinen die Dinge neu handhaben. Es ist ungewöhnlich. Der Rhythmus der Arbeit ändert sich, doch es ist immer noch ein Wunder.

Eine etwas schwerere Frage für Sie. Wie sehen Sie sich selbst als Regisseur, wenn es um die Arbeit mit jüngeren Talenten geht? Ich kreiere eine Mischung aus Disziplin und Vorbereitung damit sie verstehen, dass es Grenzen und Erwartungen gibt. Zudem versuche ich ihnen zu verstehen zu geben, dass das bereits ein Erwachsenenlevel der Erwartungen und Professionalität ist. Das mache ich, damit sie frei und verspielt sein können. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Ich versuche also ihnen zu zeigen, welche Leistung und Aufwand sie erbringen müssen, damit sie Spass haben können.

Es war Ihnen offensichtlich wichtig, dass Artemis Fowl sowohl ein Held als auch ein Anti-Held ist. Weshalb war das so? Für das Filmpublikum, welches die Geschichten noch nicht kennt, wäre es nicht vorteilhaft gewesen, wenn ich gleich zu Beginn den 11-jährigen Jungen als Bond-Bösewicht vorgestellt hätte. So wie es Eoin Colfer im allerersten Buch gemacht hat. Ich denke, es benötigt vielmehr jemand, der familiär wirkt. Er sollte also zur Schule gehen, tolle Dinge tun wie Surfen und einfach ein Junge sein, der Dinge macht, die in seinem direkten Umfeld sind. Bevor man dann die Magie, das Kidnapping des Vaters und die Tatsache, dass er ihn retten kann, vorstellt und ein unglaubliches Hirn beginnt zu arbeiten. Als Resultat davon wird er ein wenig berauscht von seiner Macht. Bis hin zum Punkt, dass man sich sogar vorstellen kann, dass er eines Tages ein kriminelles Superhirn wird. Dafür muss er jedoch die Entscheidung treffen, sich vom Guten abzuwenden und sich dem Bösen anzuschliessen. Er beginnt also die Reise als Held und am Ende kann sich das Publikum ihn ebenfalls als Anti-Held vorstellen.

Im Film ist die Vater-Sohn-Beziehung ebenfalls ein wichtiger Teil. Sie sind selbst ein Vater, haben Sie sich Gedanken dazu gemacht während Sie am Film arbeiteten? Ich denke, das tut man irgendwie automatisch. Viele meiner Filme, wenn ich es auch nicht bewusst gemacht habe, drehen sich um diese Vater-Sohn-Beziehung. Sogar ein Film wie THOR hatte das im Zentrum seiner Geschichte. Diese Spannung zwischen einem Sohn, der seinen Vater stolz machen will. Einem Sohn, der seine eigenen Zeichen hinterlassen will. Einem Vater, der den Respekt und die Gehorsamkeit des Sohnes will, aber ebenso ihn gehenlassen und seinen Freiraum geben will. Beide Impulse sind stark und generieren immer Spannung.

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