X-Men: Dark Phoenix

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Interview Jessica Chastain, Sophie Turner

Interview: Raya Abirached

Sophie Turner: «Man muss Regeln auch mal brechen.»

LONDON Sophie Turner steht im neusten X-MEN Abenteuer im Mittelpunkt. Wir trafen sie und Co-Darstellerin Jessica Chastain zum Interview, in dem sie über die Herausforderungen, grosse Emotionen und starke Frauenrollen sprechen.

Jessica Chastain, ihre Rolle der Vuk basiert auf keiner bisherigen Figur, wie gefiel es Ihnen, eine neue Figur in diesem Universum zu entwickeln? Sophie Turner: Stimmt, ihre Performance ist wirklich unglaublich.
Jessica Chastain: Danke. Ganz ehrlich, es war eine befreiende Situation. Denn ich hatte kein Entwurf oder Plan, welchem ich folgen konnte. So formte ich den Charakter nach dem, was unser Regisseur Simon Kinberg sagte. Doch genau die Tatsache, dass ich diesen Plan nicht hatte, machte es auch schwierig. Es war jedoch in Ordnung für mich.

Sophie, Jean durchlebt eine sehr emotionale Reise in diesem Film. Wie schwer war es für Sie diese Emotionen zu proträtieren, teils sogar nur mit Ihrem Gesichtsausdruck? Sophie Turner: Ja, es war definitiv eine Herausforderung. Es brauchte viel Vorbereitung dafür. Jeder Tag war schwer, aber in einem guten Sinne. Diese Herausforderungen haben mich jeden Tag gefordert und gezwungen mein Können zu erweitern. Das ist etwas, dass ich liebe. Zudem habe ich mich gefreut, diese Flut an Emotionen, die Jean im Innern überschwemmen zu erkunden und zu spielen. Deshalb habe ich mich wirklich gut vorbereitet und hoffe, dass es gut ankommt beim Publikum.

Jessica, Ihr Charakter hat etwas Roboterhaftes an sich und man sieht nie ein widerspenstiges Haar. Wie war es das zu spielen? Sophie Turner: Oh ja, jedes Haar ist da, wo es sein soll. Aber mir gefällt der Ausdruck Roboterhaft.
Jessica Chastain: Stimmt, das hat etwas. Sie ist eine Figur, die findet, dass Emotionen einem schwach machen. Sie ist sehr klinisch und sehr intelligent. Es gibt also keine überschüssige Energie für Dinge, die sie nicht braucht. Ausser natürlich es sei, um jemanden zu manipulieren. Sie kann Emotionen zeigen, wenn sie das Gefühl hat, das Gegenüber benötigt diese. Die meiste Zeit jedoch zeigt sie keine Emotionen und will lieber einfach vorwärts machen. Ich habe mir TERMINATOR 2 angesehen. Es gab eine eher stoische Kraft darin, die mich irgendwie faszinierte. An dieser habe ich mich ein wenig orientiert.

Emeli Sandé meinte, dass die Frauen nicht klischeehaft dargestellt werden, sondern durch raue Emotionen in den Vordergrund treten. Würden Sie dem zustimmen? Sophie Turner: Ich stimme ihr komplett zu. Die Frauen in diesem Film sind nicht klischeehaft, weil sie als echte Frauen geschrieben wurden, die Fehler haben. Vielleicht nicht dein Charakter, weil du bist keine reale Frau. Sie ist einfach…
Jessica Chastain: Ja, ich bin keine reale Frau. Ich bin ein Alien. Sophie Turner: Sie ist ein Alien (singt). Deshalb ja, ich bin vollkommen davon überzeugt. Diese Frauen sind so ehrlich geschrieben, dass sie nicht klischeehaft oder gezwungen wirken. Sie ist nicht an vorderster Front, weil man sie auf lächerlicherweise als Superheldin präsentiert. Sondern aus anderen Gründen. Das ist der Grund, weshalb ich diese Story so liebe.

Wollten Sie noch etwas ergänzen? Jessica Chastain: Ich liebe die Mode (lacht).

Es gibt so viel Material zu den X-Men allgemein. Auf was haben Sie sich gestützt, als Sie Jean in diesem Film etwas anders porträtiert haben? Sophie Turner: Es soll sehr emotions- und charakterbasiert, sowie sehr bodenständig sein. Deshalb begaben wir uns für diesen Film auf eine Reise, die auf mentalen Krankheiten basiert. Wir haben also mehrere psychische Krankheiten recherchiert und studiert, darunter Schizophrenie, multiple Persönlichkeitsstörung und Suchtkrankheiten. Auf diesen Krankheiten haben wir Jeans psychischen Stand versucht darzustellen. Es war wirklich sehr spannend, diese Dinge zu recherchieren. Es hat mir sehr geholfen diese fehlende Kontrolle, Frustration und Orientierungsstörung zu fühlen.

Gehört dieser Film für Sie zu jenen, die man nach Drehschluss unbedingt nochmals sehen will, weil die visuellen Effekte noch einiges beitragen zur Geschichte? Jessica Chastain: Ja, ich habe viel vom Film erst verstanden, als ich ihn am Schluss gesehen habe. Wir haben etliche Szenen mit Greenscreens gedreht oder in Overalls mit vielen weissen Punkten. Danach haben sie durch die Spezial Effekte unsere Haare oder was auch immer hineinkopiert. Man hat viel Vorstellungskraft, aber auch diese ist limitiert. Man kann sich nicht vorstellen, wie es dann tatsächlich aussehen wird. Als ich es dann das erste Mal sah, verstand ich auch, weshalb alle von einem Spektakel sprachen, wenn es um die X-Men-Filme geht. Denn die Spezialeffekte sind effektiv wie ein eigener Charakter im Film, der sehr präsent ist.

Es ist der 12. Film der X-MEN-Reihe, dennoch hat man das Gefühl er steht selbstständig. Geht es Ihnen gleich und erhoffen Sie sich etwas Speziellem mit diesem Film? Sophie Turner: Der Film hat auf alle Fälle seine eigene Identität. Wie bereits gesagt er ist sehr charakterbasiert, bodenständig und emotional. Was das Publikum aus diesem Film du allen anderen X-MEN-Filmen entnehmen können ist, dass die Dinge, die dich anders machen, ebenfalls die Dinge sind, die dich besonders und machtvoll machen. In diesem Film sind noch viele weitere Dinge, die man entnehmen kann. Beispielsweise die psychische Krankheit oder dass Opfer nicht unter die Kontrolle von bestimmenden Männern geraten und ihre eigenen Entscheidungen und Regeln zu treffen. Mann muss Regeln auch mal brechen und die Macht annehmen, die man hat.

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