NEW YORK. Sie gehört zu den erfolgreichsten Schauspieler dieser Zeit. Ihre Rolle in DIE TRIBUTE VON PANEM machte Jennifer Lawrence zum Weltstar. In ihrem neusten Film wird es nun ungewohnt düster: Mit dem Psychodrama MOTHER! betritt die junge Schauspielerin ein völlig neues Terrain. In unserem Interview spricht Lawrence über die Zusammenarbeit mit ihrem Freund und Regisseur Darren Aronofsky und gab einen Einblick ihr nächstes Herzensprojekt.
Jennifer Lawrence, gefällt es Ihnen, wenn einer Ihrer Filme auf solche Weise polarisiert? Absolut. Das lieben wir daran! Sicherlich regt die Geschichte zu Gespräche und Reaktionen an. Doch das ist toll, immerhin ist es eins unserer Ziel. Menschen über den Film diskutieren zu hören, ist Musik in meinen Ohren.
War Ihre Rolle als Charakter eine leere Leinwand, die Sie erst während dem Dreh bemalen wollten oder hatten Sie schon vor dem Dreh ein genaues Bild von ihr? Ich hatte bereits ein gewissen Verständnis für den Charakter aber es war mir noch nicht möglich sie zu spielen. Nichts das ich getan habe, hörte sich richtig an oder passte zusammen. Bis ich schliesslich ins Haus kam, denn das Haus und ihr Charakter stellen im Film eine Art Organismus dar. Schlussendlich war es wirklich meine beste Hilfe, in dem Gebäude zu sein, in den Gängen zu stehen und eine Verbindung aufzubauen.
Wie wichtig ist Ihnen speziell bei solch komplexen Charakteren eine enge Zusammenarbeit mit den Filmmachern? Nun, es ist immer sehr inspirierend mit einem Künstler zusammen zu arbeiten. Ich bewundere Darrens Instinkte. Er war unglaublich intuitiv und äusserst präzis. Es ist beängstigend mit einem Regisseur am Set zu sein, bei dem es deutlich ist, dass er selbst nicht weiss was er möchte oder eben nicht. Das ist durchaus furchteinflössend, immerhin ist er der Kapitän des Schiffs. Doch das passiert einem mit Darren definitiv nicht. Er weiss ganz genau, was er sagt und tut. Genauso wie er auch ein klares Bild davon hat, was er von einem erwartet. Dennoch ist er auch völlig offen verschiedene Sachen auszuprobieren und darüber zu sprechen. Das Ganze machte es einfach zur perfekten Kulisse.
MOTHER! beinhaltet viele unterschiedliche Botschaften und Thematiken. Welcher Teil war für Sie persönlich der Wichtigste? Da ich in einem religiösen Haus aufgewachsen bin, haben mich besonders die biblischen Themen und Metaphern beeindruckt. Schon nur die Weise, wie sie so perfekt in die beherrschende Erzählung hinein gewunden wurden. Gleichzeitig sind es auch einfach sehr gewagte Aussagen, die Darren über einen Schöpfer und Mutter-Natur macht.
Fühlt es sich für Sie so an, als würden Sie sich Film für Film ein Portfolio an den unterschiedlichsten Charakteren aufbauen? Ja, jetzt zumindest. Es fühlt sich an, als wäre ich das erste Mal dazu gezwungen worden, rückwärts zu gehen und verwundbar zu sein. Der Film MOTHER! und meine Rolle darin führte mich in eine Zone, die ich zuvor noch nicht erkundet habe. Ich wurde sogar mit einem Teil meiner eigenen Persönlichkeit konfrontiert, den ich zuvor noch nicht kannte. Nachdem ich nun diesen Film in mein Portfolio legen konnte, habe ich wirklich das Gefühl, eine breitere Vielfalt zu besitzen.
Sie besitzen jetzt schon eine grosse Vielfalt. Gibt es dennoch etwas, das Sie noch gerne machen würden? Etwas, dass Sie bisher womöglich noch nicht getan haben? Ich würde sehr gerne eine Komödie machen und werde es vermutlich auch. Ich habe breites eine mit Amy Schumer und ihrer Schwester Kim Caramele geschrieben. Nun versuchen wir die Entwürfe herauszuarbeiten, da wir bereits einen Regisseur haben.
Zum Schluss: Gibt es noch andere Schauspieler die Sie beindrucken? Klar. Wo soll ich nur Starten? Emma Stone, Charlize Theron Cate Blanchett, Kate Winslet. Alles Kates. (lacht)
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