The Danish Girl

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Drama

Interview Eddie Redmayne

Interview: Raya AbiRached

Eddie Redmayne: «Ich zähle bereits meine Glückssterne»

VENEDIG Es erscheint einem wie ein Geschenk, wenn Eddie Redmayne in «The Danish Girl» als junger Einar Wegener alias junge Lili Elbe brilliert. Im Interview verrät der 34-jährige Brite, woher seine Inspiration für die Rolle kam und was er mit ihr am meisten verbindet.

Eddie Redmayne, gibt es für Sie einen bestimmten Zeitpunkt, wann Filme gedreht werden sollten, vor allem wenn es um solche Themen geht? Das ist eine interessante Frage, weil gerade 2015 ein bestimmendes Jahr für Fragen zum Thema Transsexualität war. Insbesondere in der Öffentlichkeit, wo es so oft und fest diskutiert wurde. Dann wird der Film auch noch in dieser Zeit veröffentlicht, was wie volle Absicht erscheint. Doch eigentlich ging es 12 Jahre, bis er gedreht werden konnte. Ich hoffe einfach, dass der Film diese öffentliche Diskussion weiter unterstützt, denn obwohl es Veränderungen gab, ist der Weg weiterhin lang. Die Diskriminierung und die Gewalt in der Trans-Gemeinschaft sind immer noch erheblich, deshalb sollte der Welt noch viel beigebracht werden.

Als Sie recherchiert haben, setzten Sie sich da mit Transsexuellen auseinander oder mit Menschen, welche solche Personen begleiten? Beides. Speziell ein Paar hätte für mich nicht grosszügiger mit ihrer Freundschaft und dem Erzählen der Einzelheiten ihrer Erfahrungen sein können. Die Frau erzählte mir nicht nur von ihrer Transformation, sondern auch wie ihr Partner sie dabei unterstützte, bei ihr blieb und sich dabei mitunter auch selbst veränderte. Diese Liebesgeschichte ist der Kern des Films und war mir sehr wichtig.

Lili beobachtet Frauen um sie herum. Wurden dadurch auch Sie auf Angewohnheiten vom weiblichen Geschlecht aufmerksam? Das wurde ich. Zu beobachten, wie sie sich geben, bewegen oder sind, war spannend. Aber auch zu fühlen, wie es ist, unter die Lupe genommen und bewertet zu werden. Als ich als Lili an das Set kam, spürte ich diese Einschätzung vom Kopf bis zur Fussspitze. Das war eine sehr seltsame sowie unangenehme, gleichzeitig aber auch interessante Erfahrung.

Einar und Lili sind einzigartig und rar, ebenso wie Ihre bisherigen Rollen... Da haben Sie absolut recht! Ich zähle bereits meine Glückssterne (lacht). Das übertrifft meine Erwartungen völlig. Ich will einfach nur spielen, Alles auf mich zukommen lassen und sehen, ob ich auch in Zukunft verpflichtet werde. So viele Menschen wollen Schauspieler werden, aber es gibt so wenig Rollen. Es ist eine komplizierte Branche. Weiterhin engagiert zu werden und dann auch noch Rollen wie Lili spielen zu können, empfinde ich als Privileg.