An den Solothurner Filmtagen war die Dokumentation NAIMA in der Kategorie Bester Film nominiert. Jetzt will Regisseurin Anna Thommen auch den Rest des Landes in Begeisterung versetzen.
Von wem diese Dokumentation handelt? Von der 46-jährigen Venezolanerin Naima, die in der Schweiz trotz Marketing-Diplom seit vielen Jahren im Niedriglohnsektor ums Überleben kämpft. Ihre beiden Kinder leben von ihr entfremdet bei ihrem Ex-Mann. Als Naima erneut gekündigt wird, beschliesst sie, beim Arbeitsamt um eine Ausbildung zu kämpfen. Naima ergattert einen Ausbildungsplatz zur Pflegefachfrau. Zeitgleich zieht ihr 17-jähriger Sohn bei ihr ein. Naimas Wünsche erfüllen sich, doch das Glück ist brüchig.Wenn eine Welt zusammenbricht
Im ersten Praktikum erlebt sie die harte Realität der Pflege. Die Patienten schätzen ihre humorvolle Empathie, aber es fehlt ihr an der notwendigen professionellen Distanz. Auch die Nähe zu ihrem Sohn lässt sich nicht einfach aufbauen. Als Naima im Praktikum scheitert, bricht ihre Welt zusammen. Sie droht erneut in eine Depression zu fallen, wie damals, als ihre Ehe zerbrach. Doch diesmal sucht Naima Hilfe.
Mut zum Rekurs
Ihr Umfeld ermutigt sie, Rekurs einzulegen und Naima tritt ihren schwersten Kampf an: für sich selbst einzustehen: «Ich wollte ihre Geschichte als Migrantin, als alleinerziehende Mutter und Woman of Color erzählen, wie sie im Alltag immer wieder damit konfrontiert wird und welche strukturellen Probleme sich daraus ergeben», erklärt Thommen, die mit NAIMA eindrucksvoll ihr Können als feinfühlige Geschichtenerzählerin unter Beweis stellt und sich gleichzeitig einem sehr wichtigen Thema widmet.