Tumult im Urwald - Sauvages

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Animation

Von: Carmine Carpenito

EIN KAMPF FÜR DEN WALD UND DIE SEELE

Neun Jahre nach MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI meldet sich Regisseur Claude Barras mit seinem nächsten Stop-Motion-Meisterwerk auf der Bildfläche zurück: SAUVAGES – TUMULT IM URWALD.

Das herzallerliebste und äusserst originelle Projekt spielt in Borneo, nahe dem Regenwald, wo Keria auf der Plantage, auf der ihr Vater arbeitet, ein Orang-Utan-Baby aufnimmt. Zur gleichen Zeit sucht ihr Cousin Selaï bei ihnen Zuflucht vor dem Konflikt zwischen seiner Nomadenfamilie und den Holzfirmen. Gemeinsam trotzen Keria, Selaï und das Affenbaby, das auf den Namen Oshi getauft wurde, allen Hindernissen, um gegen die Zerstörung des Waldes zu kämpfen...

Für Barras ist SAUVAGES – TUMULT IM URWALD ein sehr persönlicher Film. Obwohl seine Geschichte auf der Insel Borneo spielt, hat er seinen Ursprung in seinen Kindheitserinnerungen in der Schweiz. Die Kindheit von Barras wurde von den Erzählungen seiner Grosseltern geprägt, die alle ungefähr aus der gleichen Alpenregion stammen. Sie wurden in den 1910er Jahren geboren und waren noch mit der «alten Zeit» verbunden: die Zeit vor Autos und Strassen. Man lebte autark und stellte seine Möbel und Werkzeuge selbst her, die letztlich denen der Jungsteinzeit recht ähnlich blieben. Die Dorfgemeinschaften dieser alpinen Zivilisation lebten nach den Zyklen der Jahreszeiten in verschiedenen Höhenlagen und zogen von einem Dorf zum anderen. Den Winter verbrachte man in der Ebene mit den Tieren im Stall.

Wenn das wilde Leben der Wüste Platz macht

Im Frühling ging es in das obere Dorf, um Getreide anzubauen. Im Sommer trieb man die Herden gemeinsam auf die Alpen und im Herbst wurden die Weinstöcke geerntet. Gegenseitige Hilfe war die Regel. Als Barras noch ein Kind war, gab es da noch Hasen, Ringelnattern, Smaragdeidechsen und Weinberghühner. Doch weil die Erde mit Herbiziden und Fungiziden besprüht wurde, verschwand das wilde Leben und machte Platz für eine echte Wüste. Für Barras stellt SAUVAGES – TUMULT IM URWALD tatsächlich eine Form der Verantwortung dar, die jeder an dem Ort, an dem er sich befindet, trägt. Das sei das Ergebnis einer langen Arbeit an der Erzählung. Anfangs war er noch von einem militanten Willen inspiriert, die Dinge zu zeigen und zu erklären, bevor er merkte, dass dieser Didaktismus nicht nur langweilig sei, sondern auch das Gegenteil von dem bewirke, was er bewirken sollte.

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