Mehr als 17.000 Westschweizerinnen und Westschweizer haben sich das gefeierte Drama von Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Jeanne Herry im Kino angesehen – nun will die Produktion auch die Deutschschweiz erobern.
JE VERRAI TOUJOURS VOS VISAGES beschäftigt sich mit der Frage, wie Opfer von Verbrechen das erlittene Trauma überwinden und Verurteilte bei der Wiedereingliederung in der Gesellschaft unterstützt werden können. Herry zeigt in ihrem Film über restaurative Justiz neue Methoden, die heute auch in der Schweiz erprobt werden.Massnahmen der restaurativen Justiz
Seit 2014 bietet die restaurative Justiz in Frankreich Opfern und Tätern die Möglichkeit, in einem sicheren Umfeld unter der Aufsicht von Fachleuten und Freiwilligen miteinander zu sprechen. Drei Männer, die wegen Homejacking, Raubüberfällen und Entreissdiebstählen verurteilt wurden, drei Opfer von solchen Gewaltdelikten, aber auch ein Opfer von sexueller Gewalt in der Familie, nehmen an Massnahmen der restaurativen Justiz teil.
Jeanne Herrys Recherche
JE VERRAI TOUJOURS VOS VISAGES ist der erste Spielfilm seit PUPILLE, den Herry inszeniert hat. Die Künstlerin suchte nach einem neuen Projekt und begann mit Recherchen zu zwei Themen, die sie interessierten: die Funktionsweise des Gehirns und das Milieu der Justiz:
Der Podcast
«Ich habe mich schon immer für Ereignisse, Gerichtsverfahren, die Figuren des Banditentums, die Tenore der Anwaltschaft usw. begeistert», schwärmt die 1978 geborene Künstlerin. «Eines Tages bin ich auf einen Podcast gestossen, in dem es um die restaurative Justiz ging. Was mich an diesem Prozess interessierte, war genau das, was meine Hirnforschung antrieb: die Wiedergutmachung.»
Auszeichnungen
JE VERRAI TOUJOURS VOS VISAGES hat das Zeug dazu, mit Filmpreisen überschüttet zu werden – genauso wie Herrys PUPILLE, der 2020 im Rahmen vom Port Townsend Film Festival mit dem Audience Award geehrt wurde.