Grace of Monaco

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Biographical

Interview Nicole Kidman

Interview: Raya AbiRached

Nicole Kidman: «Ich habe einen anderen Pfad gewählt als Grace»

Im Biopic «Grace of Monaco» schlüpft Nicole Kidman in die Rolle von Grace Kelly, die sich gegen die Schauspielerei und für ein Leben als Prinzessin entschied. Im Interview mit kinowetter verrät Kidman, ob sie ebenfalls ein solches Opfer bringen würde.

Nicole Kidman, sehen Sie Parallelen zwischen Ihnen und Grace Kelly? Beispielsweise in der Sehnsucht nach Normalität trotz Berühmtheit? Anfangs wissen die meisten nicht, worauf sie sich einlassen. Extrovertierte Personen kommen mit ihrer Berühmtheit danach gut klar, aber weder Grace Kelly noch ich selbst sind extrovertiert, sondern eher Introvertierte, die eine extrovertierte Karriere leben (lacht). Wir ähneln uns darin und natürlich in unserer Leidenschaft für die Schauspielerei und unsere Familien. Viele Frauen kennen das Problem gleichzeitig eine gute Mutter, Ehefrau und Partnerin zu sein, ohne dabei auf eigene Ziele im Leben und die Karriere zu verzichten. Jeder möchte wohl etwas Gutes in der Welt hinterlassen und Grace Kelly ist das ohne Zweifel gelungen.

Wären Sie bereit, Ihre Karriere zu opfern? Ja, wenn ich müsste, dann schon. Zum Glück brauche ich das nicht, weil ich eine Balance gefunden habe. Ich lebe in Nashville statt in Hollywood, weil ich diesen Abstand für mich und meine Familie brauche. So kann ich meine Kinder zur Schule fahren ohne beobachtet und von Paparazzi verfolgt zu werden. Ich habe also einen andern Pfad gewählt als Grace. Sie musste sich ausserdem noch nach den spezifischen Vorgaben für Adlige richten. Ich glaube, sie war eine Weile unsicher, wie sie all dem gerecht werden soll, doch am Ende des Films steht sie zu ihrem Weg und zu Rainier. Und auch er gibt ihr Rückendeckung.

Durch den technischen Fortschritt wäre die Öffentlichkeit heute wohl noch näher am Geschehen… Ich sah Filmmaterial, auf dem Grace mit ihrer Familie und Journalisten reiste. Das fasziniert mich, weil so eine Zusammenarbeit heute unvorstellbar wäre. Sie wirkten auf mich wie Freunde. Auch in Aufzeichnungen von Pressekonferenzen sah ich, dass Grace fast alle Journalisten kannte und wusste, wer mit ihr reisen würde. Obwohl sie später in ihrem Leben in einem Interview erklärte, dass ihre Kinder nicht ständig in der Öffentlichkeit beobachtet werden sollten. Dort erkennt man, wie sehr sie ihre kleinen Kinder beschützen wollte.

Was ist Ihre schönste Erinnerung an Cannes? Ich habe so viele! Ich erinnere mich ans Tanzen mit Baz Luhrmann für «Moulin Rouge», an die kontroverse Pressekonferenz mit Lars von Trier, an die schockierten Zuschauer bei «The Paperboy» oder an «To Die For», bei dem ich Angst hatte, in Cannes zu erscheinen. Anders als ich erwartet hatte, gefiel der Film dem Publikum allerdings. Mein Highlight war meine Mitgliedschaft in der Jury letztes Jahr, nicht zuletzt wegen der andern Jurymitglieder wie Steven Spielberg. Zwei Wochen lang das Kino zu feiern, den ganzen Tag Filme zu schauen und danach wie auf der Filmschule mit den grössten Professoren darüber zu diskutieren, da fühlte ich mich wie im siebten Himmel. Aber wenn du einmal in der Jury warst, kannst du das nicht wieder machen.

Was ziehen Sie morgen an? Ein Prinzessinnenkleid, hoffe ich. Ich habe etwas ausgewählt, das zu diesen überlebensgrossen Emotionen passt und werde hoffentlich auch Spass haben. Ich freue mich auf die Party und darauf, einfach mal zu geniessen. Das wird einer dieser Momente, die ich bewusst leben möchte, damit ich mich später daran erinnern kann.

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